Ja das Leben in der Jugend ist nicht einfach. Egal was man macht (oder nicht macht), für alles will wer Geld sehen. Für das Straßenbahnfahren, für das Autoradio und sogar/insbesondere für das Parken in der Stadt.
In Hannover habe ich die Erfahrung gemacht: Parkgebühren sind NUTZLOS! Für die Stadt Hannover nicht, für mich schon.
In meiner Zeit in Hannover, btw.: Heil Omega (….wenn dem man so gewesen wäre ;-)), habe ich fast praktisch nie Parkgebühren bezahlt. Aus einem einfachen Grund: Selbst wenn ich ein Musterbürger wäre und stets meine Parkgebühren zahle, welche immerhin mit einer Gebühr von 2,50 € aufwärts schnell mal zu 4 € pro Auto-Beiseite-Stellen anwachsen können, würde ich es ein paar Male dann ja doch vergessen…. weil ich es eilig habe oder den Kopf voll mit anderen Prioritäten…. dannn, jaaa dann kommen die Parkwächter oder das Ordnungsamt und kassiert ihre 5,00 € durch einen über den Postweg zugestellten Strafzettel! Sowas zeigt einfach die Erfahrung und Murphy`s Gesetz. Dass ich aber sonst fast immer meine Parkgebühren gezahlt habe, interessiert dann keinen Beamten mehr, es zählt das eine Mal!
5,00 € Strafe für - von meiner Handlung ausgehend - gebührenfreies Parken sind dann ja nun auch nicht so hoch in Anbetracht der mindestens zwei-komma-fünf Euro für das reguläre Parken. Daher gilt in Hannover bezüglich Parkgebühren das gleiche wie für GEZ und TÜV: Parkgebühren? Nein Danke! Selbst wenn man jedes zweite Mal erwischt werden würde, würde man eher schwarze Zahlen schreiben, wie lange man falschgeparkt hat, ist ja völlig wurscht (so lange die Dreistigkeit nicht 24 h anhält). Tatsächlich - und man darf mir glauben, dass ich weiß wovon ich spreche - wird man bei jedem 10. Mal erwischt, das ist reinster Gewinn gegenüber Menschen, die anständig ihr Parkgebühren bezahlen, und wenn ausnahmsweise nicht, dann wohl auch noch erwischt werden.
Ehrlichkeit ist einfach nicht angebracht, mit Ehrlichkeit wird man kein Top-Manager oder Spitzenpolitiker, sondern Kassierer beim Discounter.
Aber Achtung! Ein typischer Anfängerfehler ist das Parken mit sogenannter Verkehrsbehinderung! Der Status Verkehrsbehinderung wird dabei sehr großzügig - für die Stadtverwaltung wohlgemerkt - ausgelegt. So kann auch das Parken auf großen Flächen, wie in Hannover etwa die Fläche des Messegeländes, vor allem rund um den deutschen Pavillon, schon als Verkehrsbehinderung gelten. Dieses Vergehen schlägt mit mindesten 30 € zu Buche und verjährt niemals, da der resultierende Ertrag sogar den langsamsten Stadtbeamten in Bewegung versetzt….
Insgesamt gilt: Wenn es in Hannover schon so abläuft, ist in Berlin absolute Vorsicht oder Risikobereitschaft angesagt. Berlin ist um einiges radikaler in Sachen Verkehrsüberwachung - worauf mich hier auch schon ein Kommentator hingewiesen hat.
In Hannover konnte ich monatelang unentdeckt ohne Tüv parken und verkehren (?). Zwar wurde ich von einer allgemeinen Verkehrskontrolle auf den fehlenden Tüv hingewiesen, kulanterweise konnte ich mich jedoch mit leeren Versprechungen aus der Affäre ziehen. In Berlin ist da nichts zu machen, ich wurde zweimal erwischt! Einmal durch das Ordnungsamt, das andere Mal durch die Polizei….
Nach dem einen oder anderen Lehrgeld zieht man normalerweise seine Schlüsse aus dem System. Man wird es verfluchen, verleugnen, dann aber doch irgendwann feststellen, dass es einfache Spielregeln hat, und dass einige davon mehr oder eben weniger umgesetzt werden als andere. Letztendlich sollte man das System für sich nutzen, sich dem System anpassen und möglichst die Vorteile des Systems ausbeuten und die Nachteile vermeiden.
Mit der Zahlung von Parkgebühren in Hannover hat man meistens nur die Nachteile an den Backen…. Wie es in Berlin ist, … die Erfahrung muss ich auf Dauer erst noch machen…